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COACHING TIPP Sie wissen nicht, wie Sie sich entscheiden sollen und stecken in einem Dilemma?

«Die Neugier steht immer an erster Stelle eines Problems, das gelöst werden will.»
Galileo Galilei

Systemisch-Konstruktivistisches Coaching

Das systemische im Coaching ist abgeleitet von der Systemtheorie, die ursprünglich ein naturwissenschaftliches Konzept ist und in den 1940er Jahren entwickelt wurde. In den Naturwissenschaften wie Physik, Kybernetik (Die Kybernetik erforscht die grundlegenden Konzepte zur Steuerung und Regulation von Systemen, unabhängig von ihrer Herkunft.) und Biologie wurden Theorien entwickelt, die Gültigkeit über die jeweilige Wissenschaften hinaus hatten und sich auch auf soziale Phänomene anwenden liessen.
- Niklas Luhmann, ein deutscher Soziologe und Gesellschaftstheoretiker, geb. 1927 in Lüneburg; † 1998 galt als transdisziplinärer Sozialwissenschaftler und war einer der Begründer der soziologischen Systemtheorie.
Die Systemtheorie setzt sich zusammen aus Beiträgen der eben aufgezählten Naturwissenschaften und dem holistischen Prinzip, welches seinen Ursprung in der Philosophie hat, mit Wurzeln die bis in die Antike reichen. Die Systemtheorie will den Blick auf die Entwicklung des „Ganzen“ in übergreifenden Zusammenhängen richten. Aus der soziologischen Systemtheorie hat dann Steve de Shazer (amerik. Psychologe) zusammen mit seiner Frau Insoo Kim Berg den lösungsorientierten Ansatz entwickelt.

Kern der Systemtheorie ist der konstruktivistische Ansatz, der besagt, dass jeder Mensch seine höchst individuelle, subjektive Wirklichkeit vertritt.
Von Kind an werden wir geprägt durch Wahrnehmungen. Diese Wahrnehmungen werden durch Schwingungen über unsere Sinneskanäle zum Gehirn geleitet, wo sie mit Erfahrungen, Werten, Vorstellungen, Idealen und vor allem auch mit bereits gespeicherten Sinneseindrücken abgeglichen und untereinander verknüpft werden. Das so „Gehörte, Gesehene, Gefühlte, Gerochene und Geschmeckte“ ist ein individuelles, in uns selbst erzeugtes, chemisches Resultat. 

Alles was wir demnach wahrnehmen ist von uns konstruiert, und was richtig oder falsch ist, bewertet der Mensch stets nach seiner eigenen abgeglichenen Wirklichkeit. Umgangssprachlich wird das systemisch-konstruktivistische Coaching auch systemisches oder lösungsorientiertes Coaching genannt.
Was bedeutet dies nun im Coaching? 

Aus systemischer Sicht gibt es also nicht "die eine Wirklichkeit" oder "das feststehende Problem", sondern die jeweilige Sichtweise entwickelt sich aus individuellen Wahrnehmungs- und Denkprozessen (Wirklichkeitskonstruktionen). Durch unter-schiedliche Perspektiven lassen sich Probleme verändern bzw. auflösen und es können Handlungsalternativen geschaffen werden. Damit liegen die Problemlösungspotenziale bei den einzelnen Menschen selbst. 
Aus systemischer Sicht gehe ich weiter davon aus, dass der Mensch in ständiger Wechselwirkung mit dem System steht, in dem er sich gerade befindet (Beruf, Geschäftsumfeld, Familie, Freunde, Hobby etc.). Coaching mit systemischen Ansatz ermöglicht den Menschen ihr Wahrnehmungsfeld zu erweitern oder zu verändern, indem sie Dinge anders beschreiben, erklären oder bewerten.
 
„Es sind nicht die Dinge, die uns beunruhigen, sondern die Meinung, die wir von den Dingen haben.“ 
Epiktet