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COACHING TIPP Sie wissen nicht, wie Sie sich entscheiden sollen und stecken in einem Dilemma?

«Menschen nehmen nur dann die klügste Lösung, wenn alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft sind.»
Harald Lesch

Zirkuläre Fragetechnik

Sie spezialisierten sich zunächst auf die Behandlung von Paaren und Familien auf psychoanalytischer Basis. Ziel der Gruppe war, in Zukunft verstärkt mit einem kommunikationstheoretischen Ansatz zu arbeiten, statt bei der Psychoanalyse zu verbleiben. Inspiriert u. a. von Batesons Kybernetik und Watzlawicks Kommunikationstheorie entwickelten sie die Methode des Zirkulären Fragens. 
 
Was bedeutet zirkulär und welche Auswirkungen hat die zirkuläre Technik? Zirkulär bedeutet weg vom kausalen/linearen Ursache-Wirkungs-Modell, hin zum zirkulären Modell. D.h. Ursachen und Wirkung von menschlichem Verhalten werden zirkulär erfasst. Beispiele von zirkulären Fragen:
   Was glauben Sie (1), denken unsere Kunden (2) über unsere Abteilung (3)? 
•   Wie würde die Sekretärin (1) die Beziehung zwischen Ihnen (2) und Ihrem Vorgesetzten (3) schildern?
•   Was meinen Sie, würden ihre Kunden (1) vorschlagen, um die Kooperation zwischen Produktion (2) und Verkauf (3) zu optimieren?
 
Weshalb ist zirkuläre Fragetechnik im systemischen Coaching so wichtig?
Viele Menschen erklären ihre Aktionen als Reaktionen auf das Verhalten anderer. Damit schieben sie jegliche Verantwortung und Schuld von sich. Das führt aber auch zu einem Ohnmachtsgefühl und zur Einnahme der Opferrolle.
Die Technik des zirkulären Fragen ist deshalb so wichtig, weil sie zum Ziel hat, Prozesse in Beziehungssystemen aufzudecken und starre Interaktions- und Kommunikationsmuster zu lösen. Durch die zirkuläre Fragetechnik oder das „um die Ecke“ fragen, gewinnt der Kunde durch die Einnahme von verschiedenen Perspektiven und Positionen, einen Einblick in die Sichtweisen und Beweggründe von Kollegen, Vorgesetzten oder Mitarbeiter. Die gewonnenen Erkenntnisse ermöglichen neue Handlungsmöglichkeiten und Verhaltensweisen, im Sinne der Autopoiese (Maturana). Wechselwirkungen zwischen Personen und Verhaltensweisen werden aufgezeigt und geben ein tieferes, weites Bild über uns und unsere Interaktionen, sodass eingefahrene Denkmuster aufgebrochen werden und neue Denkprozesse in Gang kommen. (Das eingefahrene System wird verstört und ordnet sich neu).